Donnerstag, 9. Juni 2016

Ubuntu 16.04 und Snap

Mit Ubuntu 16.04 hält eine neue Technik auf dem Desktop Einzug: Programme im Snap Format. Daher werden damit Anwendungen nicht wie unter Debian oder frühere Ubuntu-Versionen mit apt-get (oder Softwarecenter) eingerichtet, sondern mittels snap.

Der Vorteil ist, dass die Programme alle Abhängigkeiten selbst mitbringen und streng getrennt in Verzeichnissen unterhalb von /snap/ installiert werden. Daher wird das Grundsystem gar nicht mehr angefasst.

Man kann so bedenkenlos (und noch leichter als bei .deb) Programme installieren, probieren und rückstandsfrei entfernen. Dazu kann man von einem Programm verschiedene Versionen installiert haben.

Ich denke, dass dieses ein wirklich guter Ansatz ist, den Ubuntu damit verfolgt und mittelfristig sicherlich Erfolg haben wird. Ich würde jetzt bereits dem Snap Format dem Vorzug vor dem alten .deb geben.

Die wichtigsten Snap Befehle in der Übersicht:

snap find  -> Zeigt die verfügbaren Anwendungen an
snap install name  -> Installiert die Anwendung "name"
snap remove name -> Entfernt die Anwendung "name"
snap list  ->Zeigt die Installierten Anwendungen an

Kommentare:

  1. Moin,

    ich muss mich scheinbar erst registrieren um Snaps zu installieren. Kannst du dazu noch etwas schreiben?
    Und woher beziehen Snaps Ihre Daten, kann man mehrere "Repositories" einbinden?
    Prinzipiell eine interessante Sache um schnell etwas auszuprobieren, sofern der Snap mit dem Debianpaket aus dem Canonical-Repositories übereinstimmt.

    Gruß

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  2. „alle Abhängigkeiten selbst mitbringen” klingt für mich etwas aufgebläht.

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  3. Wie fast alles, wenn nicht sogar alles, hat Snap Vor-, aber auch Nachteile.

    Ein weiterer Vorteil ist, wenn die Projekte alle libs selbst mit installieren, sind verschiedene Versionsstände der libs weniger ein Problem als jetzt. Wobei das heute auch nicht wirklich ein Problem ist.

    Die Nachteile könnte sein:
    Stark erhöhter Speicherbedarf. Ok, nicht mehr ganz so ein Problem wie früher, aber billig sind z.B. SSD Platten auch noch nicht.
    Das patchen von Sicherheitslücken wird möglicherweise schwieriger und langwieriger. Nun reicht es nicht mehr wenn die lib-Projekte aktuell sind, sondern jedes einzelne Snap Projekt muss ran.
    Größer Downsloads sind auch eine Folge und für Nutzer mit geringem Volumen möglicherweise gar nicht mehr zu handeln.

    Aber auf jeden Fall ein interessanter Ansatz.

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  4. Tolles Projekt, aber ganz "bedenkenlos" sollte man dann wohl doch nicht jede Software installieren. Auch wenn diese in ein separates Verzeichnis installiert wird hat diese doch wohl trotzdem Zugriff auf die Benutzerdateien?

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  5. Das ist also der Vorteil, dass die Programme alle ihre Abhängigkeiten mitbringen.

    Leider schreibst du kein Wort zu den offensichtlichen Nachteilen.

    Nämlich das alle Pakete alle ihrer Abhängigkeiten in einem SquashFS mitbringen, das jedes mal bei deren Nutzung aufgemacht wird.

    Installiert man daraus viele Programme dürfte das in einem unwartbaren System enden.

    Aber es gibt ja immer genügend Leute, die gerne die Nachteile von Windows-Software auch unter Linux nutzen wollen...

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  6. Das es Vorteile gibt sehe ich, es gibt allerdings auch Nachteile. Wenn Du nun 20 Apps installierst, die alle die gleichen 500 MB dependencies haben, jagst Du Dir mit snap (wenn ich das richtig verstehe) 10 GB identische SW auf die disk die auch unabhängig voneinander aktualisiert werden will (denken wir mal an die OpenSSL-fuckups) was entsprechende Abhängigkeit zu den jeweiligen project-maintainern erzeugt. Reports über Security-Probleme mit snap gibts genügend, eine kurze Suchmaschinenabfrage bestätigt das. Ich persönlich wäre froh Canonical würde mehr Arbeit investieren LTS vernünftig zu supporten, anstatt dauernd so Nebenkriegsschauplätze aufzumachen. Ich kann bis heute nicht ext4-Encryption out of the box benutzen, weil das e2fsprogs in v1.42.13 geliefert wird und das wird sich (so befürchte ich) vor 18.04 auch nicht ändern. Aber Hauptsache wir haben noch mehr pkg-Manager die keiner nachgefragt hat.

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    1. Ob die überhaupt aktualisiert werden kommt noch dazu auf die Anbieter an.

      Kann z.B. gut sein das ein sicherheitskritischer Bug schon lange gefixt ist, es dir aber absolut nichts nutzt, die aktualisierte Fassung davon auf dem System zu haben - denn das über Snap installierte Programme nutzt ja die nicht aktuelle auf dem System, sondern seine eigene.

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    2. Ob die überhaupt aktualisiert werden kommt noch dazu auf die Anbieter an.

      Kann z.B. gut sein das ein sicherheitskritischer Bug schon lange gefixt ist, es dir aber absolut nichts nutzt, die aktualisierte Fassung davon auf dem System zu haben - denn das über Snap installierte Programme nutzt ja die nicht aktuelle auf dem System, sondern seine eigene.

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